Innenminister Joachim Hermann beim Bockbierfest der CSU Geiselhöring


Inneminister Joachim Hermann mit Mitgliedern der JU Geiselhöring 2016

Geiselhöring. Erwartet markige Worte zur Flüchtlingsdebatte hat der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann bei seinem Besuch des Starkbierfestes der CSU Geiselhöring am Samstag gefunden. Von den Flüchtlingen erwarte er, die Werte des Gastlandes zu achten und zu verinnerlichen.

Rund 150.000 Flüchtlinge lebten derzeit in bayerischen Asylunterkünften – „eine Stadt in der Größe von Regensburg“. Das mache die Dimension der Herausforderung deutlich. Schließlich gelte es auch, die Infrastruktur von der Kinderbetreuung über die Schulen bis zum Arbeitsmarkt auszubauen. Der Vergleich belege auch die Notwendigkeit, die Zahlen zu begrenzen. Dazu bekräftigte Herrmann den CSU-Wunsch nach Tageskontingenten, wie sie jetzt in Österreich gelten. Umgerechnet auf Deutschland wären das zwischen 500 und 600 täglich, so Herrmann. „Dazu muss man in Berlin jetzt den Mut haben“, appellierte der Minister. Die Zeit dränge.

Gleichzeitig gelte es, die Außengrenzen der EU besser zu sichern, den Schleusern das Handwerk zu legen und die Menschen vor Ort stärker zu unterstützen, etwa durch Schutzzonen in Syrien.

„Bayern bleibt Bayern“
Die anerkannten Flüchtlinge in Deutschland forderte Herrmann dazu auf, ihre Integration ernstzunehmen. Dazu gehöre es vor allem, Deutsch zu lernen, die hiesige Rechtsordnung zu achten und sich an der Erarbeitung des Wohlstands zu beteiligen. Verärgert sei er, wenn in Kommentaren gefordert wird, das Land müsse sich wegen der Flüchtlinge verändern. „Blödsinn“, rief Herrmann unter großem Beifall. „Deutschland bleibt Deutschland und Bayern bleibt Bayern.“

Foto: Mitglieder der JU Geiselhöring mit Innenminister Joachim Herrmann